Parochialkirche

Geschichte Turm

Da die einzige Kirche der reformierten Christen, die Hof- und Domkirche, durch Gemeindezuwachs zu klein geworden war, baten angesehene Mitglieder der Gemeinde im Jahre 1694 in einem Gesuch an den Kurfürsten Friedrich III. um die Erlaubnis zum Ankauf eines Bauplatzes für eine reformierte Stadtkirche. Rasch entsprach der Kurfürst dem Gesuch und stiftete selbst 10 000 Taler, so dass bereits ein Jahr später die Grundsteinlegung erfolgen konnte.

Die Parochialkirche entstand dann in den Jahren 1695 bis 1703 nach Plänen des Kurfürstlich Brandenburgischen Oberbaudirektors Johann Arnold Nering als erster bedeutender barocker
Kirchenbau in Berlin.

Bei der Einweihung der Parochialkirche 1703 hatte man zunächst auf die bauliche Ausführung eines Turms verzichtet. Eine Vollendung der somit noch unfertigen Kirche wurde in den folgenden Jahren zwar immer wieder erwogen, jedoch nicht verwirklicht.

Im Jahre 1713 entstand eine neue Situation, als sich nach seinem Amtsantritt der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. entschloss, der Parochialgemeinde ein Glockenspiel, bestehend aus einem Spieltisch und 37 Glocken, zu schenken und dafür die Aufstockung des Turmes anordnete.

Federführend für die Gestaltung des Turmes waren die Baumeister Jean de Bodt und Philipp Gerlach. Letztlich führte Gerlach den Bau des 60 Meter hohen Turmes mit seinem säulengeschmückten Glockengeschoss aus.  
Der Turm, konstruiert aus kupferbeschlagenem Eichenholz, wurde schnell nach seiner Fertigstellung 1714 zu einem Wahrzeichen der Stadt und oftmals gerühmt als herausragende architektonische Leistung des Berliner Barock.

Das Glockenspiel – das erste in Preußen – erklang erstmals zum Neujahrstag 1715.
Die mangelhafte Qualität der in Berlin gegossenen Glocken bewog jedoch die Gemeinde zwei Jahre später, den Guss von 35 neuen Glocken in Amsterdam, bei Johann Albert de Grave, in Auftrag zu geben, die dann – in 17 Holzfässern auf dem Seeweg nach Berlin verschickt – im November 1717 montiert wurden.

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